Windhoff 4: Ein besonderes Motorrad

windh05r

Innovation und aussergewöhnliches Design

Die Windhoff 4 besaß einen Vierzylinder-Reihenmotor mit 750 ccm und 22 PS bei 4000U/min. Dieses Motorrad war in zwei Punkten wirklich revolutionär.

Na gut, Vierzylinder-Motoren waren bei Zweirädern auch nicht gerade häufig, doch das außergewöhnliche Fahrwerk und das Kühlsystem machte das Bike zu einem echten Unikat. Auf den ersten Blick sieht dieses Motorrad aus wie ein typischer Vertreter seiner Zeit, wenn man von dem extrem verrippten und verkapselten Motor absieht. Bei genauerem Hinsehen stellt man mit Erstaunen fest, dass der Vierzylinder keinen Rahmen besaß. Wo bei anderen Motorrädern Schleifen-, Doppelschleifen-, Dreiecks- oder Trapezrahmen für Stabilität und Zusammenhalt sorgten, befand sich bei der Windhoff gähnende Leere. Das kardangetriebene Hinterrad wurde starr von vier Auslegern des angeblockten Dreiganggetriebes aufgenommen. Der  Lenkkopf der Vorderradgabel war direkt am Motor befestigt.Gleiches galt für den voluminösen 14 Liter Tank und den bequemen Pfannesattel, dessen Federn ihren Halt an den oberen Motorauslegern fanden.

Der außergewöhnliche Vierzylindermotor war somit das einzige tragende Element der Konstruktion. Dieser Motor besaß eine obenliegende Nockenwelle und ein kombiniertes Kühl- und Schmiersystem. Zusammen mit seinem Konstrukteur Karl Dauben stellte Hans Windhoff mit der „4“ seine Kompetenz in der Entwicklung und Realisierung von Kühlsystemen nachdrücklich unter Beweis.

In dem stark verrippten Leichtmetall-Motorblock sorgten 6,5 Liter Öl dafür, dass es den lebenswichtigen Bausteinen der Maschine nicht zu heiß wurde. Unterstützt von einer leistungsfähigen Zahnradpumpe (130 l/h) begann das Schmier- und Kühlmittel in der Ölwanne des Kurbelgehäuses seinen Kreislauf durch den Motor. Zuerst sorgte das wertvolle Nass für die Schmierung und Kühlung der eingezogenen Zylinderlaufbuchsen aus Grauguss, nahm seinen Weg weiter nach oben und schmierte Ventiltrieb, hohlgebohrte Nockenwelle, Lager und Nocken. Dann lief es innen an der Stirnwand des Motorgehäuses hinunter und wurde dabei vom Fahrtwind abgekühlt. Bevor es wieder in der Ölwanne landete, wurden noch die Zahnradkaskade zur Nockenwelle, die Kurbelwelle, die drei Kugellager der Welle und die Rollenlager der Pleuel mit Gleitmittel benetzt.