Lotus 7 Series 4

Lotus 7

Lotus 7 series 4 – Besser als sein Ruf

Doch obwohl dem S4 einige Retuschen zuteil wurden, seinen Charakter behielt er allemal. Jeder Seven ist am besten für sonnige Tage geeignet. Wenn das spartanische Verdeck abmontiert wurde und man eine Landstraße vor sich hat, bedeutet der Lotus Fahrspaß pur. Immense Beschleunigungswerte und perfekte Straßenlage machen so eine Überlandtour zu einem unvergesslichen Erlebnis. Und da die Windschutzscheibe ihrem Namen nicht unbedingt gerecht wird, steht einer intensiven Gesichtmassage auch nichts im Wege. Also – ohne Brille und Mütze sollten Sie sich nicht auf das Abenteuer Lotus 7 einlassen.

Wie auch die Modelle vor ihm, konnte der S4 mit Maschinen unterschiedlichster Tuningstufen geordert werden. Am unteren Ende der Leistungsscala standen der 1300er Cosworth – Ford und der 1600 GT Fordmotor. Sie leisteten 85 bei 5800 bzw. 86 PS bei 5500 Umdrehungen der Kurbelwelle. Wer sich noch etwas mehr Leistung gönnen wollte, konnte die 110 PS starke 1600 Sprint oder Lotus Twin Cam Versionen mit 108 – 113 PS ordern. Unabhängig vom Motor waren die Tuningsätze von Holbay, mit denen der Erbauer seinen individuellen Lotus mit ein paar Pferdchen mehr versorgen konnte.

Wenn Sie von einem Seven der früheren Serien in den S4 umsteigen, können Sie das Entsetzen der Puristen vielleicht nachvollziehen. Wer früher auf spartanischen  » Sitzkissen « platz nahm, findet nun die luxuriösen Schalensitze eines Lotus Europa – allerdings ohne Nackenstützen – vor, auch Bein- und Schulterfreiheit sind gestiegen. Wirklich schockierend ist allerdings das Armaturenbrett des » Tupperware – Seven «. Die reichhaltige Instrumentierung ist übersichtlich vor dem Lenkrad und einer Mittelkonsole angeordnet.  Selbst ein Aschenbecher ist vorhanden, doch der ist nun wirklich überflüssig – es sei denn Sie meinen  Brandlöcher in der Kleidung und Blasen im Gesicht bereicherten Ihre persönlichen Note.

Doch einmal auf die Straße losgelassen, relativiert sich der Eindruck eines verwässerten Seven schnell. Die Sprint-Maschine schafft den Spurt auf die Hundertermarke in knapp acht Sekunden. Die Steuerung ist direkt und präzise. Bei der Einfahrt in enge Kurven untersteuert das Fahrzeug leicht, bei der Beschleunigung am Kurvenausgang übersteuert es schnell.

Insgesamt ist das Fahrwerk ausgewogener und besser ausbalanciert als die der Vorgängermodelle. Trotz seiner moderneren Formgebung und der schon fast luxuriös zu nennenden Ausstattung bietet der Lotus Seven der vierten Serie alle Vorzüge seiner Gattung, nämlich Leistung und Spaß fast ohne Ende!