Lotus 7 Series 4

Lotus 7

Kunststoff statt Aluminium

Ende der Sechziger hatte sich Lotus als Hersteller von leistungsfähigen GT – Wagen etabliert und Chapman wollte weg vom Image eines Kit-Car Herstellers. Der S3 hielt sich nur knapp zwei Jahre im Programm der Firma. Dann stellte Mike Warner, vorher Lotus Verkaufsdirektor und jetzt Chef von Lotus Components, im März 1970 die neueste Auflage des kleinen Flitzers vor. 

Der neue Seven war ein cleveres Stück Arbeit. Das vereinfachte Leiterrahmenchassis trug nun einen leichten und preiswert zu produzierenden Aufbau aus Fiberglas. Für die Radaufhängungen standen Teile aus der Fertigung des Lotus Europa Pate und sicherten durch die Verwendung von zwei Trapez – Dreiecksquerlenkern vorn eine hervorragende Straßenlage. Das Karosseriedesign war eine geschickte Verknüpfung aus zeitgemäßer Formgestaltung und traditionellen Werten.

Doch während die Presse von der jüngsten Version des kultigen Bausatzes begeistert war, zeigten sich viele der britischen Puristen geschockt. Der Neue sei viel zu zivilisiert und modisch für einen Rennwagen mit Straßenzulassung. Das stimmte sicherlich, doch bei Lotus hatte man inzwischen eine andere Zielgruppe im Auge. Der S4 sollte zum Lifestyle – Auto für die junge und erfolgreiche Klasse avancieren. Das » Lifestyle car for beautiful people « war – auch wenn heute oft das Gegenteil behauptet wird – der erfolgreichste Vertreter seiner Art. Obwohl es etwas schwierig war präzise Zahlen zu bekommen, da frühe Aufzeichnungen über Produktionszahlen verloren gingen, hier einige Anhaltswerte die von Tony Weale, dem Autor des Buches Lotus Seven: Restauration, Preparation, Maintenance , erschienen 1991 bei Osprey Automotive, ermittelt wurden. So wurden vom S1 (1957-60) 150, vom S2 (1960-68!) 1400, vom S3 incl. S3 SS (1968-1970) 263 und vom S4 (1970-73)  ca. 1000 Bausätze ausgeliefert.