Lotus 7 Series 4

Lotus 7

Lotus Seven und Elite

Was gibt es schöneres, als an einem heißen Sommertag mit einem Lotus Seven durch die Landschaft zu düsen? Die spartanische Fahrmaschine auf vier Rädern sorgt für Abkühlung und bereitet jede Menge Spaß.

Sicherlich hatte Colin Chapman dieses wichtige Verkaufsargument auch  im Auge, als er 1957 den ersten Lotus 7 vorstellte. Er präsentierte ein Fahrzeug, das praktisch genug für den normalen Alltagsverkehr und obendrein bei den damals so beliebten Amateurrennen an den Wochenenden absolut konkurrenzfähig war.

Doch der Seven diente einem weitaus pragmatischeren Zweck als seinen Käufern das Gefühl zu vermitteln, einen fast reinrassigen Rennwagen zu besitzen. Auf der London Motor Show im Oktober 1957 wurde parallel ein Sportwagen vorgestellt, der in einer ganz anderen Klasse spielte. Der Lotus Elite sollte der europäischen Konkurrenz vom Schlage eines Porsche 356 das Fürchten lehren. Das aufwendige Fiberglas Coupé verschlang – gemessen an Größe und Umsatz der kleinen Firma – Unsummen an Entwicklungs- und Fertigungskosten. Der Seven sollte diese Kosten kompensieren und die weitere Existenz von Lotus Engineering sichern.

Wie recht Chapman mit dieser Strategie hatte stellte sich bald heraus, denn der Elite erwies sich als finanzielles Desaster. Der kleine Straßenrenner hingegen wurde schnell zum profitablen Standbein der Firma. Das Konzept des Lotuschefs war ebenso genial wie einfach. Um die englische Verkaufssteuer für fertige Produkte – die sich immerhin auf 33 Prozent belief – zu umgehen und gleichzeitig die Fertigungskosten so gering wie nur möglich zu halten, erhielt der zukünftige Eigner anstatt eines kompletten Automobils eine großen Kiste voller Einzelteile. Im Gegensatz zur Praxis anderer Kit-Car Hersteller und auch zum Vorgängerprodukt des Hauses, dem Mark Six, handelte es sich bei allen Komponenten ausschließlich um Neuteile. Ausstattungssonderwünsche von Bestellern wurden ebenso berücksichtigt wie der Wunsch nach höherer Leistung. Dadurch wurde der kleine Lotus zwar etwas teurer als die Produkte der Konkurrenz, konnte aber im Gegenzug mit einem viel höheren Qualitätsstandard aufwarten.

Colin Chapman hatte sich ja mittlerweile im internationalen Renngeschehen einen guten Namen gemacht. Für die Werbung des Seven wurde das zum Leitmotiv gewählt. Dort hieß es: » HE designed it – YOU build it «  In nur 60 Stunden, so die Werbung, könne man sich dieses Fahrzeug im do it yourself Verfahren ohne Spezialwerkzeug zusammenbauen. Und diese Aussicht war für viele Interessenten wirklich verlockend, zumal der Bausatz nur 600 Pfund kostete. Für einen MG A zum Beispiel musste man damals noch 400 Pfund drauflegen.

Vom Lotus Seven gab es während seiner sechszehnjährigen Produktionszeit vier Serien. Schon 1960 wurde der Urseven von seinem Nachfolger abgelöst. Der hielt sich immerhin acht Jahre im Programm. Die zweite Serie bekam eine Glasfibernase und vordere Kotflügel aus dem gleichen Material spendiert. Im Laufe der Zeit wurden die Kotflügel voluminöser und die von 15 auf 13“ geschrumpften Räder erhielten vorn Scheibenbremsen. Im Jahre 1968 wurde die dritte Serie geboren, auf die sich die Modelle der Firma Caterham berufen, die später Lotus die Produktionsrechte am Seven abkaufte.