Frühe Automobillampen

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Das Lampendesign verändert sich

Langsam aber sicher veränderte sich auch das Styling der Lampen. Flachere, elegantere und schlichtere Formen erschienen auf der Bildfläche. Das lag nicht nur an der technischen Machbarkeit. Natürlich konnten die Lampen jetzt flacher gestaltet werden, weil es keinen Brenner mehr gab, der notwendigerweise einen größeren Raum beanspruchte als eine Glühbirne. Nein, die Veränderung in der Formgebeung hatte auch viel mit einem neuen ästhetischen Empfinden zu tun. In den 20er Jahren geriet die Ästhetik der puren Maschine, des rein Funktionalen immer mehr ins Zentrum künstlerischer Betrachtungsweise. Auch an der Gestaltung automobilen Zubehörs ging dieser Zeitgeist eben nicht spurlos vorbei.

Lampen fand man in der Frühzeit des Automobils, wie Hupen, Tachometer etc. übrigens immer im Zubehörkatalog. Das blieb vor allem in Europa sehr lange so, selbst als die elektrische Beleuchtung ihren Siegeszug feierte.

Zwar berücksichtigten die Automobilhersteller den Einbau der Beleuchtung, führten sie aber immer noch als Extras gegen Aufpreis. Firmen, die sich damals um die Herstellung dieser Acessoires kümmerten, gab es reichlich. Sie boten nicht nur bestimmte Modelle an, sondern schneiderten durchaus zum Automobil mit maßgeschneiderter Karosserie auch die stilvolle Lampe. Der Preis war allerdings immer heiß. Einige Karossiers und Automobilproduzenten gaben sogar ihre eigenen Lampen in Auftrag. So kann es passieren, daß man einer Lampe mit Labourdette oder Rothschild-Emblem begegnet, die einem in der Formgebung irgendwie bekannt vorkommen.

Ganz deutlich wird es bei einer Messinglampe mit dem Namensschild von C.S. Rolls, die einem vernickelten Modell von Lucas aus derselben Zeit bis aufs Detail ähnelt. Die Herstellung dieser Lampe mußte Rolls, der in London einen Autosalon führte, übrigens vor dem Zusammenschluß mit Royce in Auftrag gegeben haben. Gedacht war sie wohl für einen Panhard et Levassor oder etwa einen Minerva.