Adler 2,5 Liter: Der Autobahnwagen

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Frankfurter Stromlinie made by Adler

Ende der 30er Jahre entstand in Frankfurt am Main das damals wohl modernste Serienautomobiel Deutschlands.  Ingenieur Karl Jenschke, der 1935 von Steyr zu den Adler-Werken gegangen war, schuf dort den Adler 2,5 Liter, ein unter ökonomischen und technischen Gesichtspunkten sehr interessantes, stromlinienförmiges Fahrzeug.

Die Stromlinie, das große Thema der 30er Jahre, beschäftigte Automobilkonstrukteure weltweit. In Europa hatten Männer wie Jaray, Rumpler, Kamm, Ledwinka oder Freiherr Koenig-Fachsenfeld  Pionier-Arbeit geleistet und in Amerika wirkte vor allem John Tjaarda richtungsweisend.

Amerika blieb es 1934 auch vorbehalten mit dem von Carl Breer konzipierten Chrysler Airflow als erster die Großserienproduktion eines aerodynamischen Modells zu beginnen. Aber wie das Leben manchmal so spielt, wurde der Airflow für Chrysler ein Reinfall, nicht etwa wegen seiner Formgebung, sondern weil er zu früh in die Produktion ging und noch technische Entwicklungsmängel aufwies. Wirklich erfolgreich sollte in den 30er Jahren erst John Tjaardas Stromlinien-Modell für Lincoln, der Zephyr werden, der dafür auch einen Ehrenplatz im Museum of Modern Art bekam.

In Deutschland kamen fortschrittliche Serienautos sehr häufig aus den von Heinrich Kleyer gegründeten Adler-Werken in Frankfurt, die ab 1896 zur Aktiengesellschaft wurden. Seit der Jahrhundertwende baute man dort schon Autos. So kluge Köpfe wie Edmund Rumpler (Tropfenwagen), Hans Gustav Röhr und Karl Jenschke arbeiteten dort als Chefkonstrukteure. Kein Wunder also, daß Adler oft mit den interessantesten Innovationen aufwartete. Schon Anfang des Jahrhunderts baute Rumpler dort einen Versuchswagen mit geschlossener Motor-Getriebe-Einheit, Schwingachsen und Einzelradaufhängung. Federführend war die Firma dann später bei der Entwicklung des Frontantriebs zur Serienreife. Sie bot das erste deutsche Serienmodell mit hydraulischer Bremse und den ersten Wagen mit Ganzstahlkarosserie an. Schließlich forcierte Erwin Kleyer, der Sohn des Firmengründers, die Entwicklung stromlinienförmiger Fahrzeuge und stellte Kontakte zu Freiherr Koenig-Fachsenfeld und Prof. Kamm her.