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Stutz Black Hawk

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Stutz – Der schwarze Falke

Eine echte Legende hatte die amerikanische Automobilmarke aus Indianapolis schon in der Frühzeit des Automobilismus geschaffen. Damals anno 1911 kam Harry Stutz mit seinem Bearcat ganz groß heraus, der das ebenbürtige Pendant zum nicht weniger ruhmreichen Mercer 35 Raceabout werden sollte. Die Rivalen mit den klangvollen Namen eroberten derzeit im nu die Rennstrecken und Rallys der Welt und machten ihre Marken zu einem Begriff für Sportlichkeit, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Eine bessere Werbung als diese Rennerfolge konnte Stutz gar nicht bekommen.

Aber auch an einer Legende nagt der Zahn der Zeit, denn die Zukunft forderte Entwicklung ein. Irgendwann musste schließlich ein grundlegend neues Konzept her, denn Mitte der 20er Jahre war die von Harry Stutz mittlerweile verkaufte Firma in eine besorgniserregende Flaute geraten.

Schließlich nahte Rettung. Mit Frederick Moskovics und Edgar Gorrell, die der neue Stutzeigner, der Stahlmagnat Charles Schwab von Marmon abgeworben hatte, kam 1926 endlich wieder frischer Wind auf. Der Vertical Eight sollte Moskovics erste Konstruktion für Stutz sein, die auch sofort von Erfolg gekrönt war. 

Auf der Basis dieses Reihenachtzylinders, bei dem sich „vertical“ auf die Einbauweise schräg nach hinten geneigt bezog und nicht etwa einen V-Motor meinte, entstand dann 1927 auch das Antriebsaggregat des berühmten Black Hawk Speedster. Dieses Fahrzeug galt nach dem Bearcat als das sportliche Spitzenprodukt der Marke. Seine überlegene Leistungsfähigkeit verdankte der Black Hawk der Zusammenarbeit zwischen Frederick Moskovics und dem Rennfahrer Frank Lockhart, der leider ein Jahr später bei einer Rekordfahrt ums Leben kam. Moskovics Credo, Autos zu schaffen, die die Vorzüge europäischer Sportwagen mit dem Komfort und der Flexibilität amerikanischer Luxusfahrzeuge verbanden, war vor allem beim Black Hawk hervorragend gelungen. 

Nichts verwehrte einem dieses Meisterstück automobiler Baukunst. Er bot dem Fahrer eine hohe Leistungsfähigkeit bei gutem Handling und besten Fahreigenschaften. Dazu erfüllte er für derzeitige Verhältnisse ein Höchstmaß an Sicherheit und offerierte zudem für ein Sportgefährt nicht wenig Luxus.